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Filed under: News — MB at 11:31 am on Wednesday, February 13, 2008

british-flag.jpg We continuously receive concerned questions from friends abroad who are wondering how the kids at The Nest are doing, how the situation is in Limuru and Kenya in general.
We can’t say much about the political solutions for Kenya. Can we trust what newspapers report? At the moment there is confusion about where politics are aiming at and we hardly receive noteworthy news on the outcomes of the national and international mediation efforts.
We can report about the situation at The Nest, however. The kids at The Nest are doing fine! We are so glad that we have the means and support to keep them protected from violence and insecurity. We try to offer them visions and hope for a better tomorrow – indeed The Nest is an island of peace, creativity and respect for each other especially during these hard times. Thank you to all friends out there who continue to pray and support our outreach to these children!

german-flag.jpg Noch immer erreichen uns viele Anfragen aus Deutschland: wie geht es den Kindern im Nest? Wie ist die Lage in Limuru? Wie ist die Situation in Kenia?
Wir können zur allgemeinen Lage wenig sagen. Kann man glauben, was in den Zeitungen steht? Das politische Chaos ist komplett. Es dringen keine zuverlässigen Nachrichten mehr an die Öffentlichkeit. Gewaltausbrüche gibt es nach wie vor in ländlichen Gegenden und den Slums von Nairobi. Die Politiker werden sich einigen, heißt es. Wie und in welchem Ausmaß ist weder abzusehen, noch zu verstehen.

Doch wir können Auskunft zur Lage im Nest und in Limuru geben! Wir freuen uns täglich, dass es den Kindern im Nest so gut geht und wir ihnen eine Zukunft schenken können. Das Nest prägt die Kinder mit Vorstellungen von einer besseren Welt – dort herrscht so viel Freude, Energie, Kreativität und gegenseitige Wertschätzung. Das Nest ist ein wunderbarer Ort des Friedens – während dieser schweren Zeit fällt das besonders auf.

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In unmittelbarer Nähe des Nests befinden sich zwei Flüchtlingslager: in einem Camp leben Flüchtlinge des… Kikuyu-Stammes aus dem Westen des Landes. Im anderen Lager die Angehörigen des Luo-Stammes aus der Umgebung von in Limuru (Limuru ist Kikuyu-Land). Wir haben die Lager besucht – auf Fotos haben wir aus Achtung vor den Menschen verzichtet.

Auf dem Weg ins Lager sieht man aus der Entfernung schon große Menschenmassen, die sich auf dem angrenzenden Fußballplatz aufhalten. Aus der Entfernung ein täuschend fröhlich, buntes Bild – nicht allein wegen der farbenfrohen Kleidung. Durch das Tor auf das eingezäunte Gelände voller Zelte gehen viele Menschen ein und aus. Beim Näherkommen steigt ein Geruch nach Fäkalien in die Nase – temporäre Toilettenhäuschen aus Holz stehen gleich am Eingang. Rote-Kreuz-Mitarbeiter stechen durch ihren auffälligen roten Überwurf aus der Menge heraus. Etwas entfernt vom Eingang spricht ein Mann auf eine mit Abstand umherstehende Menge ein. Vermutlich ein Prediger. Viele Menschen stehen umher und hören zu. Ihre Mimik verrät, was sie durchgemacht haben. Sie haben ihr Hab und Gut, ihr Haus, ihr Land und ihre Heimat verloren. Sie fangen alle bei 0 an.
In einem der wenigen Häuser auf dem Gelände befindet sich in einer Hütte aus Holz das Büro des Camps – die Leitung des Roten-Kreuzes. Irene bietet den Mitarbeitern an, einige Alte und Frauen mit Säuglingen aus dem Lager vorübergehend im Kinderheim oder im Halfway Haus unterzubringen. Ein Blick in den Nachbarraum der Hütte verrät wie die Menschen hier vorübergehend hausen: ein großer Raum, in dem rundherum am Rand Matratzen lagern und kleine Bündel mit dem wenigen Hab und Gut, das den Menschen geblieben ist. Viele konnten ihre Habseligkeiten nur noch in letzter Sekunde zusammenpacken, bei manchen hat die Zeit nicht mehr gereicht, wieder andere haben Schränke, Kommoden, Stühle mitgebracht… Einige Menschen stehen mit trostlosen Blicken in der Tür oder sitzen auf abgelegten Matratzen. Sie warten. Sie warten auf unbestimmte Zeit und auf eine unbekannte Zukunft.
Am anderen Ende des Geländes ist eine vorübergehende medizinische Einheit eingerichtet. Personal von Ärzte ohne Grenzen kommt regelmäßig, um Kranke notdürftig zu versorgen. Darunter auch Bewohner aus der Umgebung von Limuru, die die Möglichkeit der kostenlosen Versorgung ausnutzen. Dadurch halten sich tagsüber noch mehr Menschen im Lager auf… Es sind Hunderte.
Nicht weit entfernt befindet sich das Camp für Angehörige des Luo-Stammes. Genauer gesagt campen Hunderte von Menschen direkt auf dem Gelände der Polizeistation, um vor Angriffen möglichst sicher zu sein. In der Auffahrt zur Station stapeln alle möglichen Haushaltsgegenstände und Möbel, darunter auch Säcke voll mit Kleidung.
Rundherum um die Polizeistation stehen Zelte von UNHCR, dem Roten-Kreuz oder auch mit Aufdruck der iranischen Botschaft! Überall zwischen den Zelten liegen mitgebrachte Möbel, meterhoch gestapelt. Ein Zelt ist bis oben hin mit großen Säcken voller Lebensmittel von Hilfsorganisationen. Dahinter ein Riesensack mit Trinkwasser. 10.000 Liter. An Nahrungsversorgung mangelt es nicht. Lebensmittelknappheit hat in dieser fruchtbaren Region Kenias noch nie geherrscht.
Rechts hinter dem Polizeigebäude ist eine Bühne mit Musikanlage aufgebaut, ein Prediger spricht auf Kiswahili laut auf die Menge ein. Es ist Sonntag. Vor der Bühne eine große singende Menschenmenge; dazwischen ein Weißer mit gestrecktem Arm und Videokamera in der Hand. Auf einem kleinen Platz schlagen Männer Brennholz mit der Axt. An den Kochstellen im Freien stehen riesige Töpfe aus Aluminium auf offener Flamme.
Eine kenianische Rote-Kreuz-Mitarbeiterin erzählt: den Menschen mangelt es in den Camps Nahe der Hauptstadt Nairobi an materieller Versorgung nicht – viele sind hier besser versorgt als auf dem Land. Die Probleme sind unsichtbar. Sie liegen in der Unsicherheit, der inneren Rastlosigkeit und Ratlosigkeit, den Erinnerungen an Gewalt und Unfrieden und in der Angst vor der Zukunft. In der Entwurzelung tausender Menschen.
Die Mitarbeiterin ist vom Kikuyu-Stamm und hilft „trotzdem“ im Luo-Lager mit. Da fängt der Friede an! Wir glauben, dass hierin die Lösung für die Stammes- und Machtkonflikte in Kenia liegen. Die Verhandlungen der Politiker können noch lange dauern, bei jedem Einzelnem jedoch beginnt Versöhnung.
Die Frau verspricht sich zu melden und will ein Fahrzeug losschicken, um einige Alte ins Halfway-Haus zu bringen.

1 Comment »

Comment by Maddie

February 14, 2008 @ 5:05 am

Oh how I miss these girls so much! Hope everything is well with you all, I’ve been praying! I plan on calling you soon Irene but its been so hard being home. Send everyone my love!

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