Marjas Erlebnisse im Nest
Hi! Ich bin Marja aus Göttingen. Von Mitte Februar bis Anfang April hatte ich das Glück ein Praktikum im Nest in Limuru machen zu dürfen! Ich konnte so viele unvergessliche Erfahrungen sammeln und habe eine Menge gelernt! An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Irene, die Mitarbeiter/innen vom Nest und alle diejenigen, die diese wunderbare Arbeit ermöglichen! Nun ein paar Ausschnitte aus meinen Erlebnissen:
Erfahrungen im Nest Kinderheim
In den ersten Tagen im Nest war alles noch ziemlich ungewohnt. So viele neue Gesichter und Namen, so viele Kinder, die fröhlich um einen herumwuseln, und natürlich das Kiswahili – eine für mich bis dahin völlig unbekannte Sprache. Es stellte sich aber ziemlich schnell heraus, dass meine anfänglichen Befürchtungen, sich mit keinem so richtig verständigen zu können, absolut unberechtigt waren. Die Mitarbeiter/innen vom Nest können alle sehr gut Englisch sprechen und haben mich herzlich in die Runde aufgenommen. Auch die älteren Kinder beherrschen – dank der Lehrerinnen im Nest – bereits einige Brocken. Und es war eine schöne Erfahrung bei den Kleineren feststellen zu können, dass man sich auch ohne eine gemeinsame Sprache bestens verständigen kann. Zudem habe ich zu meiner Freude auch schnell ein paar Wörter Kiswahili sprechen können.
Bei der Pflege der Kleinkinder & Babies war ich anfangs doch ziemlich unbeholfen. Mit solch kleinen Kindern (bis vier Jahre alt) habe ich vorher noch nie gearbeitet und wusste so nicht wie man richtig wickelt, füttert, wäscht usw. Das System welchem Kind man welche Kleidungsstücke anzieht, habe ich sogar erst nach ein paar Wochen verstanden. In dieser Hinsicht hatte ich die meisten Probleme damit, aus all den Sachen, die in den Schränken untergebracht sind, die richtige Kleidungsgröße für das jeweilige Kind herauszusuchen. Zu Beginn habe ich die Kinder, für die ich zuständig war, fast immer ein paar mal an- und wieder ausgezogen, bis ich das richtige gefunden oder mir eine Betreuerin das passende gegeben hatte. Aber nach einiger Zeit hab ich es ganz gut hinbekommen.
Weiteres Neuland tat sich für mich beim Wickeln auf. Im Nest werden die Babys nicht mit (teuren) Plastikpampers gewickelt, die man aus Deutschland kennt, sondern mit zwei, meist zu Dreiecken gefalteten, ineinander liegenden Tüchern. Wichtig dabei ist, dass man diese schön fest zubindet, sodass sie eng an den Beinchen anliegen, damit das was drin ist, nicht raus kommt
Das erwies sich doch als komplizierter als man denkt. Aber Übung macht bekanntlich den Meister und wenn man jeden Tag hilft, die kleinen zu wickeln, dann hat man es schnell gelernt.
Ich hatte in der Zeit, in der ich im Nest war, viel Glück mit dem Wetter und die Sonne schien zumindest in den ersten Wochen fast ununterbrochen. Das war perfekt, um die Kids draußen ein bisschen auf Trab zu halten.
Ein paar mal habe ich mit ihnen durch Kreide alle nur möglichen Flächen des Geländes verschönert. Und als es keine Flächen mehr gab, weil alle schon bunt waren, haben sie angefangen, sich selbst zu verschönern! Daran hatten sie einen Riesebspaß… das war richtig schön anzusehen! Nur eine von den kleinen Mädchen hatte Angst vor den grünen und blauen Gesichtern.
Auch Seilspringen finden die Kinder super! Während die kleineren noch einige Probleme mit ihrer Koordination hatten, sind die größeren wie die Weltmeister gehüpft. Ich habe ebenfalls mein Können getestet, bin aber lange nicht so gut gewesen wie diese kleinen Hüpfer!
Wenn das Wetter doch mal nicht mitgespielt hat, dann hab ich oft im Essenssaal mit allen, die wollten, gemalt. Bei einigen habe ich richtige Künstlerqualitäten entdeckt. Aus all den Meisterwerken, wurden Postkarten für die Freunde des Nests in aller Welt gebastelt!
Erfahrungen bei der Reintegration
Das Nest versucht den Müttern, sobald sie aus dem Gefängnis entlassen wurden, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie dabei zu unterstützen sich ein neues Leben aufzubauen, indem es den Müttern z.B. bei der Berufs- und Wohnungssuche hilft oder ihnen wenn nötig auch finanziell unter die Arme greift. Es versucht die Frauen in ihrem Leben zu stabilisieren, damit die Kinder später in ein sicheres Umfeld integriert werden können. Damit das gewährleistet ist, besuchen die Sozialarbeiter/innen des Nests die Mütter regelmäßig. So bekommen sie einen Einblick in die Fortschritte, die sie machen, aber auch in die Probleme, die sich auftun können.
Wie groß diese Probleme sein können habe ich erlebt, als mich eine Sozialarbeiterin ein paar Mal mit zu den Hausbesuchen genommen hat. Wir wollten eine Frau besuchen, die schon seit einiger Zeit wieder mit ihren Kindern zusammen lebt. Die Frau hat zwar einen Job, aber der reicht bei weitem nicht aus, um die mehrköpfige Familie ausreichend zu ernähren, zumal sie Alleinverdienerin ist. Um aber zumindest den Grundbedarf zu decken, arbeitet sie sehr viel, was allerdings zur Folge hat, dass die Kinder allein sind, wenn sie von der Schule kommen. Sie müssen für sich selbst kochen und sich um den Haushalt kümmern. Dadurch haben sie wiederum keine Zeit sich ausreichend um die Schulaufgaben zu kümmern… Es ist ein Kreislauf der schwer durchbrochen werden kann. Und würde es die Sozialarbeiterinnen des Nests nicht geben, so wären die armen Mütter und die Kinder bei dieser schweren Aufgabe ganz auf sich allein gestellt.
Die Zeit im Nest ist so schnell vergangen…! Gerade zum Ende hin habe ich mich immer wieder gefragt, wo sie denn eigentlich hin ist… die Zeit…! Die Arbeit, die das Nest leistet ist wunderbar! Ich wäre gern länger geblieben, um mehr zu sehen und zu lernen. Ich bin dankbar, dass ich all die Erfahrungen bei Euch sammeln durfte!

Doris’ mother has been living on the streets of Nairobi for years. The many efforts of rehabilitating her have never succeeded. Every now and then she is imprisoned because of petty offenses. Doris and her sisters have been living at The Nest for years. Apart from The Nest they don’t have any other home than the streets.